Kategorie-Archiv: Leib & Seele

Es war einmal auf Sylt

Der Schauspieler Christian Kohlund ist Schweizer und hat trotzdem Humor. Rein kulinarisch gesehen bei der Tour Davidoff Gastronomique im damals noch existierenden „La Mer“ in List auf Sylt gab er gleich anfangs ein paar Kalauer mit seinem Nachnamen zum besten, den man ja nun mit beliebigen Viktualien ergänzen kann…

Was bleibt, ist ein Einttrag ins kulinarische Geschichtsbuch, und zwar ein spannender: Gleich zwei Köche gestalteten das Menü – Hausherr Sebastian Zier, damals mit zwei Sternen dekoriert, und sein Freund und Kollege Sven Elverfeld, 3-Sterne-Koch aus Wolfsburg (das „Aqua“ gibt es noch…).

Allein schon Elverfelds Auftakt – Gänseleber und gebeiztes Ibérico-Schwein – entpuppte sich als grandiose Kombination in kleinen Würfeln mit Zwiebel, Granny Smith und Amaranth, eine neue frischsalzigsüßcremigschmelzige Dimension. Zier legte nach mit einer Velouté von der Sylter Royal – die gebackene Auster mit Rote Bete wurde mit der Suppe angegossen, zusammen mit den „Salty Fingers“ sah der Teller tatsächlich wie ein Gemälde aus. Die Auster freilich tat sich geschmacklich etwas schwer gegen den Teig.

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Quantensprünge in der Krebstherapie

Der Hype um die Immuntherapie bei Krebserkrankungen hat seine Berechtigung. Prof. Dir Schadendorf von der Uniklinik Essen geht davon aus, dass eine Chemotherapie inzwischen generell überflüssig geworden ist, die Heilungschancen stark gestiegen sind.

Anlässlich des 25. Deutschen Hautkrebskongresses in München stellten Tagungspräsidentin Prof. Carola Berking vom Universitätsklinikum München und Prof. Dirk Schadendorf von der Universitätsklinik Essen auf einer Pressekonferenz der Hiege-Stiftung gegen Hautkrebs die jüngsten vielversprechenden Erfolge auf dem Gebiet der Hautkrebstherapie vor.

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Prof. Dr. Carola Berking

In den vergangenen vier Jahren wurden bei zwei unterschiedlichen medikamentösen Behandlungsansätzen sechs verschiedene Wirkstoffe, 2015 neue Medikamente in Deutschland sowohl bei der zielgerichteten mutationsbasierte Therapie als auch bei der Immuntherapie  zugelassen. Sie kombinieren verschiedene Wirkstoffe und wirken effektiv gegen Hautkrebstumore, selbst bei Metastasen im Gehirn.

Alle Daten sprechen dafür, dass diese Kombinationstherapien das Überleben im Vergleich zur Therapie mit nur einem Wirkstoff verbessern. In 2016 werden zusätzliche Studienauswertungen erwartet, die den Wert dieser neuen Therapiekonzepte weiter belegen werden. „Wir haben jetzt erstmals eine Auswahl bei der Therapie von schwarzem Hautkrebs. Auch wenn die Erfolge sehr vielversprechend sind, so bleiben etliche Probleme wie Therapieresistenz von Tumoren, auch bei der neuen Generation der Kombinationstherapien. Wir brauchen deshalb weiterhin Forschungsprojekte, wie die, die von der Hiege-Stiftung gegen Hautkrebs gefördert werden”, sagte Prof. Berking.

Doch bereits jetzt machen die Erfolge in der Immuntherapie eine Chemotherapie weitestgehend überflüssig.

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Kriminelle Schwedenhappen

Schaerensommer_CoverMeine Güte, was für eine sympathische Person ist doch diese Viveca Sten, weltweit berühmt für ihre Krimis, die dort spielen, wo sie seit ihrer Kindheit am liebsten spielt, auf der Schäreninsel Sandhamn. Offenbar geht es bei der Post in Schweden recht langweilig zu, da war sie nämlich Chefjuristin und publizierte Fachbücher. Damit endlich was passierte, begann sie Krimis zu schreiben. Jetzt hat sie ein Kochbuch geschrieben, denn Kochbücher gehen bekanntlich immer. Ihr nimmt man jedoch ab, dass es ihr ein Bedürfnis war, ein sehr persönliches. Daher sitzen auf dem Cover auch die Freunde am Tisch auf der Terrasse ihres Schärenhauses, sie selbst bleibt im Hintergrund. Wie gesagt, sehr sympathisch, weit weg von jeder Selbstinszenierung. Regelmäßig fährt sie ins Ferienhaus nach Sandhamn. Manchmal allein für ein paar Tage. Im Sommer allerdings…

 

Sehr persönlich sind die Texte in diesem Kochbuch, das im Grunde genommen gar keines ist, sondern Viveca Stens Liebeserklärung an die Schären, die das ihrer Meinung nach wohl ein bisserl nötig haben. Das hat sie zumindest festgestellt, als sie den Fotografen Jeppe Wikström traf, der in Schweden recht populär ist und die Landschaftsfotos beigesteuert hat. So hat nun jede Insel ihre Rezepte und Protagonisten.

 

Ach ja, die Rezepte. Viveca Sten hat diejenigen ausgewählt, die sie am liebsten mag, und auch da gibt es immer eine Geschichte dazu. Nein, es gibt nicht nur Fisch, sondern auch getrüffelte Schwarzwurzeln oder Lammfleisch mit Dill. Zugegeben, der Fisch spielt naturgemäß eine große Rolle. Schließlich fängt sie die Autorin selbst. Regelmäßig.

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„Kommse vonne Schicht …“

Spätestens seit Herbert Grönemeyer ist die Currywurst Kult. 800 Millionen Stück essen die Deutschen pro Jahr, es gibt keinen beliebteren Imbiss. Erfunden wurde sie angeblich in Berlin, die beste soll es in Bochum geben. Die ewige Streitfrage lautet: Isst man sie mit oder ohne Darm? Und vor allem: Was gehört in die Sauce und was nicht?

Ein Riss zieht sich durch die Republik, ach was, das ist ein regelrechter Abgrund. Es geht um die Glaubensfrage: Wo gibt’s die beste Currywurst – in Berlin oder im Ruhrpott?

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Ameisen für Schweinsteiger?

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Foto: P. Stadler/Wolff Promotion München

Alle reden darüber, wie fit die deutschen Spieler bei der WM sein werden. Hält Manus Schulter? Läuft Philipp rund? Wird Schweinsteiger sich voll reinhauen? Aber keiner redet übers Essen. Das müssen die Spieler auch. Dafür zuständig ist Holger Stromberg,  Koch der deutschen Fußball-Nationalmannschaft.

 

Feijoada ist ein brasilianisches Nationalgericht, ein Eintopf. Holger macht ihn mit Schweinebauch, Cabanos- und Merguez-Würsten, Grünkohl, Zwiebeln, schwarzen und grünen Bohnen, Tomaten und Orangen. Aber nicht für das WM-Team. Bloß nicht. Er weiß auch, warum.

Schweini muss also damit rechnen, dass die kleinen schwarzen Körner auf seinem Steak nicht unbedingt Pfeffer sind. Auch als Doping wäre das brasilianische Nationalgericht wenig geeignet. Findet zumindest der Chefkoch und hält auch einige strategische Ratschläge bereit. Wenigstens für das Brasilianische Team.

Damit die deutschen Spieler auch Leistung bringen, vertraut der DFB-Chefkoch seinen altbewährten Rezepten. Bohnen wie die aus der Feijoada gehören nicht unbedingt dazu, obwohl …

Bleibt nur zu hoffen, dass sich der brasilianische Chefkoch Strombergs Ratschläge zu Herzen nimmt, dann ist der Heimvorteil wenigstens ein bisschen ausgeglichen.

„Der Erzbischof ist da“

Peter Sattmann bei der Davidoff Tour Gastronomique in Düsseldorf über die Angst des Schauspielers, auf der Theaterbühne zu spät oder zu früh zu kommen.

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Nein, mit dem Erzbischof ist nicht Jean-Claude Bourgueil, Sternekoch im Düsseldorfer „Schiffchen“ gemeint (obwohl er sich als solcher auf der Bühne bestimmt gut machen würde). „Der Erzbischof ist da“ ist der Titel eines Theaterstücks, das Schauspieler Peter Sattmann bereits vor etwa 30 Jahren geschrieben hat. An diesem Abend der Davidoff Tour Gastronomique trug er daraus vor – und obwohl es dabei um Leben und Tod ging, dürfte es einer der komischsten Abende seit Einführung der Tour 2008 gewesen sein.

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