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Kriminelle Schwedenhappen

Schaerensommer_CoverMeine Güte, was für eine sympathische Person ist doch diese Viveca Sten, weltweit berühmt für ihre Krimis, die dort spielen, wo sie seit ihrer Kindheit am liebsten spielt, auf der Schäreninsel Sandhamn. Offenbar geht es bei der Post in Schweden recht langweilig zu, da war sie nämlich Chefjuristin und publizierte Fachbücher. Damit endlich was passierte, begann sie Krimis zu schreiben. Jetzt hat sie ein Kochbuch geschrieben, denn Kochbücher gehen bekanntlich immer. Ihr nimmt man jedoch ab, dass es ihr ein Bedürfnis war, ein sehr persönliches. Daher sitzen auf dem Cover auch die Freunde am Tisch auf der Terrasse ihres Schärenhauses, sie selbst bleibt im Hintergrund. Wie gesagt, sehr sympathisch, weit weg von jeder Selbstinszenierung. Regelmäßig fährt sie ins Ferienhaus nach Sandhamn. Manchmal allein für ein paar Tage. Im Sommer allerdings…

 

Sehr persönlich sind die Texte in diesem Kochbuch, das im Grunde genommen gar keines ist, sondern Viveca Stens Liebeserklärung an die Schären, die das ihrer Meinung nach wohl ein bisserl nötig haben. Das hat sie zumindest festgestellt, als sie den Fotografen Jeppe Wikström traf, der in Schweden recht populär ist und die Landschaftsfotos beigesteuert hat. So hat nun jede Insel ihre Rezepte und Protagonisten.

 

Ach ja, die Rezepte. Viveca Sten hat diejenigen ausgewählt, die sie am liebsten mag, und auch da gibt es immer eine Geschichte dazu. Nein, es gibt nicht nur Fisch, sondern auch getrüffelte Schwarzwurzeln oder Lammfleisch mit Dill. Zugegeben, der Fisch spielt naturgemäß eine große Rolle. Schließlich fängt sie die Autorin selbst. Regelmäßig.

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Die Alten von Okinawa – Gateball in Ogimi

Es ist kurz vor vier Uhr nachmittags in dem kleinen japanischen Bergdorf Ogimi auf der Insel Okinawa. Auf dem grauen Sandplatz am Ortsrand, dort, wo die Mandarinenplantagen beginnen, die sich steil den Berghang hinauf ziehen, fegt ein alter Mann im kurzärmligen beigefarbenen Hemd und grauer Stoffhose mit einem Reisigbesen die Blätter zur Seite. Sumiko schlendert die schmale Straße herunter, den Crocket-Schläger über der Schulter. Sie steigt die vier Stufen zu dem Platz hoch und wechselt ein paar Worte mit dem Mann, der die beiden kleinen u-förmigen Tore und den hölzernen Zielpflock in den Boden treibt. Ihren Schläger lehnt sie an eine alte, hellblau gestrichene Holzhütte und setzt sich auf einen Baumstamm, der am Rand des Spielfelds liegt und als Bank dient. Den Vormittag über hatte Sumiko noch auf dem Feld gearbeitet, das Unkraut in ihrem Gemüsebeet gejätet, die reifen Auberginen geerntet und nach den Mandarinenbäumen gesehen. Jetzt, am Nachmittag, hat sie Gummistiefel, braune Arbeitskleidung und Strohhut mit weißen Joggingschuhen, weißer Trainingshose, weißem Kapuzenshirt mit hoch gekrempelten Ärmeln und weißer Baseballkappe vertauscht. Die Armbanduhr mit dem flexiblen Metallband trägt sie am linken Unterarm, kurz unterhalb des Ellbogens. Ihre schwarzen Augen glitzern schelmisch unter der Schirmmütze, und wenn sie lacht, leuchtet ihr faltenreiches Gesicht. Sumiko lacht gern. Sie ist 90 Jahre alt. Ihr Mann ist vor acht Jahren im Alter von 86 Jahren gestorben, sie hat sechs Kinder, 16 Enkel und 17 Urenkel. Sumiko spielt liebend gern Gateball, wie sie Crocket hier nennen.

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Vom Pilgern und Baden – Eine Reise auf die japanische Insel Shikoku

Wer diese Pilgerfahrt ernsthaft in Angriff nehmen will, braucht zunächst einmal das entsprechende Gewand. Es besteht im Wesentlichen aus einer weißen Jacke und einer weißen Hose, ähnlich der Kleidung eines Judokämpfers. Bloß ohne schwarzen Gürtel. Stattdessen gibt es eine Ringschärpe, die um den Hals gelegt wird, sowie folgende Accessoires: einen Bambushut (die Pilgerausführung!), einen Wanderstock mit Glöckchen, eine Tasche für das Pilgerbüchlein, das man an jeder Stätte stempeln lässt als Anwesenheitsnachweis (das Procedere gleicht dem hiesiger Wanderungen), einen Rosenkranz, ein separates Glöckchen, eine Tüte für die Papierstreifen mit dem eigenen Namen (jeweils einen gibt man in jedem Tempel ab, damit auch die Götter dort einen Anwesenheitsnachweis haben), einen Satz Kerzen und Streichhölzer, ein Heft, in das das Bild der Statue des jeweils zuständigen Heiligen jedes Tempels geklebt wird, Gamaschen, Räucherstäbchen, eine Landkarte und ein Portemonnaie. Im günstigsten Fall ist dieses Pilgerset für knapp 30.000 Yen zu haben, das sind etwa 300 Euro. Es gibt selbstverständlich auch luxuriösere Ausführungen.

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Hüttentour in Alta Badia

 Der 5. August 2008 war für Irene Pedratscher mindestens ein ebenso besonderer Tag wie für den Rest der Bewohner von Alta Badia. An jenem Tag nämlich unternahm Papst Benedikt XVI. von seiner Sommerresidenz in Brixen aus eine Pilgerfahrt in das Südtiroler Hochtal, in das kleine Dorf Oies. Dort steht das Geburtshaus des Heiligen Josef Freinademetz, der der Schutzheilige des gesamten Tals ist und Missionar in China war. Sein Bildnis prangt als gewaltiges Plakat an der Kirche in Oies und wüsste man nicht, dass es sich um einen Südtiroler Priester handelt, man könnte glauben, er wäre mit seinem hageren Gesicht und dem langen Kinnbart ein Einwanderer. Irene Pedratscher jedenfalls stand an diesem Tag ebenso wie alle anderen Gläubigen und Pilgern auf der Straße, und es gibt ein Foto, auf dem der Papst ihr die Hand reicht. Dieses Foto, und jetzt nähern wir uns dem eigentlichen Thema, zeigt die Hüttenwirtin gern allen ihren Gästen. Die ihre Ski am Rand der Piste abgeschnallt haben und mit dem Pferdeschlitten gekommen sind, um bei ihr Mittag zu essen.

†tia (HŸtte) Oies - Alla Tana dellÕOrsoIrenes „Ütia Oies – Alla Tana dell’ Orso“, und jetzt sind wir beim Thema, ist eine von acht Hütten, die der Skifahrer im Rahmen der zu Beginn dieser Saison geschaffenen „Skitour Gourmet Santa Croce“ besuchen kann. In sämtlichen beteiligten Hütten kommen typische ladinische Gerichte auf den Tisch und schaffen so quasi ein Gegengewicht der Hausmannskost auf den Bergen zu der mit Michelin-Sternen ausgezeichneten Haute cuisine von Norbert Niederkofler („St. Hubertus“), Stefan Wieser („Siriola“) und Claudio Melis („La Stüa de Michil“) im Tal. Bei Irene, deren eine Stube etwa 500 Teddybären aus Plüsch zieren, während die andere von zahlreichen kleinen Hexen bevölkert ist, gibt es in der Saison Steinpilze vom Grill, der als so genannter „Tartarenhut“ auf dem Tisch steht. Und selbstverständlich auch mit allen Arten von Filet belegt werden kann. Wer den „Hexenteller“ bestellt, erhält übrigens neben ladinischen Spezialitäten auch eine kleine Hexenpuppe als Souvenir.

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Nike auf Samothraki

Ende Mai hatte die Sonne bereits viel Kraft. Paul saß an seinem Lieblingsplatz im Schatten eines Olivenbaums oberhalb des antiken Theaters. Von dem waren zwar nur noch die Reste zweier marmorner Sitze übrig, doch von hier hatte er den erhabensten Blick auf die fünf weißen Säulen des Heiligtums, zwischen denen das klare dunkle Blau der nordöstlichen Ägäis durchschimmerte. Seit mehreren Jahren reiste Paul auf die Insel Samothraki, um seinen Jahresurlaub dort zu verbringen. Nike auf Samothraki weiterlesen